Aktuell
Wasserschadstoffe in Ozeanen und in der Fischerei
Chemikalien verschmutzen Ozeane, Seen und Fließgewässer und gefährden nicht nur die Tierwelt und diejenigen, die darauf als Nahrungsquelle angewiesen sind. Es droht auch der Zusammenbruch vieler Fischereien. In Kombination mit der globalen Erwärmung ist das eine Katastrophe. Ein neuer Bericht des International Pollutants Elimination Network IPEN geht ausführlich auf die zahlreichen Arten und Orte ein, an denen chemische Verschmutzung und Klimawandel Meeresinfrastruktur und die Fischerei der Welt destabilisiert. Noch ist Zeit, um die Zerstörung zu stoppen. Wie aus diesem Bericht hervorgeht, müssen wir aber nicht nur darüber nachdenken, wie wir Überfischung kontrollieren oder Schadstoffe in den von uns konsumierten Fischen kontrollieren können. Unser Überleben wird zusammen mit dem aller anderen Arten davon abhängen, die Gesundheit des gesamten Ozeans zu gewährleisten.
Doppelstandards und Ackergifte von Bayer und BASF
In ihrer Studie zeigen die Rosa-Luxemburg-Stiftung, das INKOTA-netzwerk und PAN Germany, dass Bayer und BASF für die Vermarktung und teils Entwicklung von mindestens 33 Pestizidwirkstoffen verantwortlich sind, die eine akute Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellen. Viele dieser Wirkstoffe sind bereits bei geringer Dosierung tödlich, andere gelten als wahrscheinlich krebserregend, erbgutschädigend oder reproduktionstoxisch. In Brasilien, Mexiko und Südafrika lassen sich mindestens acht dieser Wirkstoffe in den Pestizidportfolios der beiden Unternehmen nachweisen. Darunter Glufosinat und Spirodiclofen.
Bienenschützer:innen atmen auf: EuGH bestätigt Neonikotinoid-Verbot
Die Entscheidung der EU-Kommission, 2013 die Pestizide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam aufgrund ihrer bienenschädlichen Auswirkungen zu verbieten, war rechtens. Das urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Berufungsfall zwischen dem deutschen Chemie- und Pharmakonzern Bayer und der EU-Kommission.
Chemiepolitischer Mittagstalk 1 - Hormongifte schaden Umwelt und Gesundheit | Video vom 28. April 2021
Ständig sind wir und unsere Umwelt Hormongiften (auch EDCs – Endokrine Disruptoren genannt) ausgesetzt. Sie gelangen z.B. über Produkte oder Nahrungsmittel in unsere Körper und können dort verschiedene Krankheiten auslösen. Es ist höchste Zeit, hormonell wirksame Chemikalien auch in Deutschland strenger zu regulieren. Dazu haben eine Koalition von NGOs Forderungen an die Bundesregierung aufgestellt.
Schlechte Spermien, Brustkrebs, Lernschwäche – Schluss mit der Belastung durch Hormongifte
Wirksame Maßnahmen, um die Verwendung gefährlicher Chemikalien einzuschränken und bestenfalls zu verbieten, mehr Engagement Deutschlands auf europäischer und internationaler Ebene und mehr Transparenz – so lauten die Forderungen an die jetzige und künftige Bundesregierung.
Internationale Chemikalienpolitik aus dem Dornröschenschlaf wecken
Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings, kommentiert die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Ein Strategischer Ansatz für das Internationale Chemikalienmanagement nach 2020“
Aus den Augen, aus dem Sinn: Das Problem mit Plastikmüllexporten
Ein Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen und EU-Abgeordneten forderte in dieser Woche einen Exportstopp für Plastikabfälle aus der EU. Auch die Abfallverbringung innerhalb der EU müsse an die Ziele des Green Deal angepasst werden.
Expertin: Schadstoffe sind die dritte große Umweltkrise unserer Zeit
„Neben der Klimakrise und dem massiven Biodiversitätsverlust sind Schadstoffe die dritte große Umweltkrise unserer Zeit.“ Das sagte Alexandra Caterbow von der Gesundheits- und Umweltorganisation HEJSupport am Mittwochabend, 14. April 2021, während eines öffentlichen Fachgesprächs des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung zum Thema „Synthetische Substanzen in der Umwelt – Auswirkungen von Plastik und Chemikalien auf Mensch und Ökosysteme“.
Endstation Kinder: 55 neue Chemikalien bei Schwangeren und ihren Neugeborenen gefunden
Wissenschaftler:innen der University of California, San Francisco (UCSF), haben im Rahmen einer Studie das Blut von Schwangeren und ihrer neugeborenen Kinder auf Chemikalien untersucht und dabei 109 Chemikalien nachweisen können – darunter 55 Chemikalien, die bisher in Menschen noch nicht nachgewiesen wurden. Hierzu gehören auch 42 „mysteriöse Chemikalien“, deren Herkunft und Verwendung unbekannt sind.
Chemiepolitische Mittagstalks
Während sich die Verhandlungen über ein SAICM-Folgeabkommen coronabedingt verzögern, möchten wir einige der zentralen Fragenkomplexe in einer Reihe „Chemiepolitischer Mittagstalks“ ab dem 28. April 2021 von Expertinnen und Experten beleuchten lassen. In jeweils knapp 45 Minuten werden wir erfahren, wo wichtige Stellschrauben im internationalen Chemikalienmanagement eingedreht sind und was getan werden muss, um sie zu anzuziehen.
Ewigkeitschemikalien: Wenn Schadstoffe Fehlgeburten begünstigen
Eine schwedische Studie untersucht, ob PFOA das Risiko für Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft erhöhen kann
Schleichende Vergiftung von Insekten
Neue Untersuchungen von WECF und Buijs Agro-Services zeigen, dass viele verschiedene Pestizide und deren Abbauprodukte im Boden und in der Vegetation von deutschen Naturschutzgebieten vorhanden sind. Es ist anzunehmen, dass diese Rückstände erheblich zum Rückgang der Insektenpopulation beitragen. WECF e.V. und Buijs Agro-Services fordern einen sofortigen Einsatzstop von den in Naturschutzgebieten gefundenen Pestiziden.
Planen - Auswerten - Umsetzen - Verbessern
HejSupport lädt ein zu einer Online-Diskussionsrunde zum globalen Chemikalien- und Abfallmanagement. Mit den Panelist:innen wird der Stand der Verhandlungen über den Rahmen für ein solides Management von Chemikalien und Abfällen nach 2020 erörtert. Es soll gehen um die vorrangigen Fragen, die bis zur internationalen Konferenz über das Chemikalienmanagement (ICCM5) behandelt werden müssen sowie um die Möglichkeiten für die Einbeziehung von Stakeholdern.
Schwerpunkt “Chemikalien-Management”
Die Zeitschrift Entwicklung und Zusammenarbeit, kurz E+Z, widmet sich in ihrer März-Ausgabe 2021 dem Schwerpunkt “Chemikalien-Management”.
Geschlechtsspezifische Ungleichheiten verschärfen sich durch gefährliche Chemikalien
Frauen sind überproportional den Auswirkungen von Chemikalien und Abfällen ausgesetzt dort unterrepräsentiert wo Entscheidungen dazu getroffen werden: in Regierungen und der Privatwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht von IPEN und UNEP, der am Internationalen Frauentag 2021 veröffentlicht wurde.
Menschenrechte und gefährliche Stoffe
Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für die menschenrechtlichen Implikationen des vernünftigen Umgangs mit gefährlichen Stoffen und deren Entsorgung hat einen Bericht mit zehn Hauptbotschaften vorgelegt. Darin heißt es unter anderem, die Verschmutzung mit gefährlichen Stoffen sei die größte Quelle für vorzeitige Todesfälle in Entwicklungsländern und verursache ungefähr dreimal mehr Todesfälle als HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen. Sie wirke sich überproportional aus auf diskriminierte Personen, Gruppen und Völker.
Wissenschaft fordert globalen Wissenschaftsrat für Chemikalien- und Abfallmanagement
Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der ETH Zürich und RWTH Aachen fordert die Einrichtung eines globalen zwischenstaatlichen Gremiums für Wissenschaft und Politik, um politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit über die Belastung der Umwelt mit Chemikalien und Abfällen zu informieren.
Petition: Giftexporte stoppen
Inkota und PAN Germany haben gemeinsam mit Campact eine Petition für ein Exportverbot von Pestiziden gestartet, die in der Europäischen Union verboten sind. Unter anderem exportieren deutsche Chemiekonzerne wie Bayer und BASF Pestizide nach Afrika, Asien und Lateinamerika, die so gefährlich sind, dass sie in der EU verboten sind. Sie nutzen damit aus, dass die Zulassung von Pestiziden in Ländern des globalen Südens oft weniger streng ist als in Europa. Dies geschieht auf Kosten der Umwelt und der ländlichen Bevölkerung. Millionen BäuerInnen, PlantagenarbeiterInnen und AnwohnerInnen in den Anbaugebieten bezahlen das mit ihrer Gesundheit: Sie erleiden Pestizidvergiftungen, langfristige gesundheitliche Schäden und chronische Erkrankungen wie Krebs.
Online-Kurs zu SAICM Issues of Concern
HEJSupport, groundWork, und Friends of the Earth Südafrika haben einen Online-Kurs eingerichtet über den Strategischen Ansatz für das internationale Chemikalienmanagement (SAICM) und die in diesem Prozess behandelten „Issues of Concern“(IoCs) mit den Schwerpunkten Chemikalien in Produkten (CiP) und endokrine Disruptoren (in englischer Sprache). Der Kurs beinhaltet auch Informationen zur Kreislaufwirtschaft sowie zu Gender und Chemikalien.
Internationale Chemikalienkonferenz auf unbestimmte Zeit verschoben
Die Präsidentin der sog. International Conference on Chemical Management (ICCM), hat die Stakeholder informiert, dass im Juli 2021 voraussichtlich kein physisches Treffen möglich sein dürfte. Darum habe das SAICM-Bureau die Konferenz und ggf. vorher stattfindende Verhandlungsrunden auf unbestimmte Zeit verschoben.